„Als ich zehn war, kam meine Mutter nach Hause und sagte, dass ich einen neuen zweiten Vornamen bekommen würde: Viktoria - nach meiner Urgroßmutter. Aber niemand nannte mich Maria Viktoria Mena. Der Name verschwand einfach wieder.
Nach meinem letzten Album hatte ich das Gefühl, ein wesentlich ruhigerer Mensch geworden zu sein. Ich dachte mir: ‚Vielleicht ist das ja Viktoria? Eine nachsichtigere und verständnisvollere Maria‘. Der Name fühlte sich für mich nie natürlich an, aber jetzt bezeichnet er eine Trennung in mir, eine neue Person, eine neue Art von Triumph - von ‚Victory‘.“
Anfang Oktober kommt nun eine weitere Bedeutung hinzu: „Viktoria“ ist dann auch der Titel des brandneuen Longplayers, mit dem Maria Mena eine dreijährige (Album-)Veröffentlichungspause beendet. Seit der Veröffentlichung ihres letzten Longplayers „Cause And Effect“ 2008 absolvierte die 25-jährige Norwegerin mit amerikanischen Wurzeln ausverkaufte Tourneen, trat bei einigen der größten europäischen Festivals auf und platzierte ihre Singles und Alben in den Charts aller Kontinente. Das Vorgängeralbum „Apparently Unaffected“ erreichte Goldstatus in Deutschland, Holland, Norwegen und der Schweiz und sie wurde in der Katgorie „Best Female Artist“ mit einem norwegischen Grammy, dem Spellemannprisen, ausgezeichnet. Kurzum: Maria Mena ist eine der erfolgreichsten Künstlerinnen Skandinaviens.
„‘Viktoria‘ ist das unmittelbare Ergebnis der Tatsache, dass ich auf meinen voran gegangenen Platten eine Menge Wut abgelassen hatte“, erklärt sie, „und auch wenn das neue Album hier und da seine dunklen Seiten hat, so handelt es doch von Vergebung und vom Verzeihen, von der Gewissheit, dass sich alles zum Guten wenden wird“.
Zum zweiten Mal fanden die Studioaufnahmen in Zusammenarbeit mit dem Produzenten und ehemaligen Studenten des „Liverpool Institute Of Performing Arts (LIPA)“, Martin Sjølie, statt. Seine Aufgabe war es, Marias großartigen Kompositionen in ebensolche Arrangements zu betten. Das Ergebnis sind elf atemberaubend schöne Songs, darunter die erste Single-Auskopplung „Homeless“.
Ihre ersten Erfolge in Norwegen konnte Maria Mena bereits im Alter von sechzehn Jahren mit dem Lied „My Lullaby“ feiern. 2002 veröffentlichte sie in ihrer Heimat mit „Another Phase“ ihr Debütalbum, in der vergangenen Dekade zählte die Sängerin und Songwriterin dann ununterbrochen zu den erfolgreichsten Künstlerinnen des Landes. Doch nicht nur dort: mit dem Song „Just Hold Me“ und dem Album „Apparently Unaffected” gelang ihr 2007 u.a. auch in Deutschland der kommerzielle Durchbruch. Die Single peakte auf Platz 14 der Media Control Hitliste und hielt sich unglaubliche 103 (!) Wochen in den Charts. Der Longplayer verkaufte sich in der Folge hierzulande über 170.000 Mal. Die sensationellen Verkaufszahlen bescherten ihr neben ausverkauften Konzertreisen nicht zuletzt 2008 eine Echo-Nominierung in der Kategorie „Newcomer des Jahres“. Mit dem Nachfolger „Cause And Effect“ knüpfte die hochsympathische Musikerin 2008 nahtlos an ihre Debüt-Erfolge an: sie erreichte erstmals die Top 20 der deutschen Longplay-Charts und wurde abermals mit Gold ausgezeichnet. Bis dato fand das Album, das u.a. die Top-15-Hitsingle „All This Time“ hervor brachte, allein in Deutschland mehr als 120.000 Käufer.
In den vergangenen Jahren tourte Maria durch ganz Europa und konnte Chart-Platzierungen in Asien und Südamerika verzeichnen; stetig findet ihre Musik neue Fans auf der ganzen Welt – darunter auch Superstars wie die vielfachen Grammy-Preisträger Kanye West und John Legend oder der britische Rap-Shootingstar Tinie Tempah. Doch trotz der gewaltigen Veränderungen in ihrem Leben ist die musikalische Formel ihres Songwritings nach wie vor die gleiche: genau wie ihre ersten Lieder, die sie mit zwölf Jahren schrieb, entstehen Marias Kompositionen in aller Ruhe und Zurückgezogenheit in ihrem heimischen Schlafzimmer.
„Für mich ging es nie darum, ‚Hitsongs‘ zu schreiben. Ich habe mich nie hingesetzt und versucht, irgendwelche Wörter zu finden, die mehr oder weniger zufällig zu einer eingängigen Meldodie passen. Musik war für mich immer ein Weg, meine Gefühle in Worte zu fassen, mein Seelenheil zu finden und das hat sich bis heute kein bisschen verändert“, erklärt sie. Es ist wohl genau dieser Ehrlichkeit – plus einem unfehlbaren Näschen für fantastische Melodien – zu verdanken, dass ihren Songs wie „Just Hold Me“, „Miss You Love“, „My Lullaby“ und „All This Time“ eine internationale Chartkarriere zuteil wurde.
Im vergangenen Jahr sorgten auch einige Lieder abseits ihrer Alben für Aufsehen: für den Film „Hjem til jul“ des preisgekrönten Regisseurs Bent Hamer schrieb sie das Titelstück „Home For Christmas“. Die von sanften Piano-Akkorden getragene Ballade platzierte sich sofort auf Platz eins der norwegischen Charts, wurde zu Maria Menas meistverkaufter Single in ihrer Heimat und schickt sich an, ein moderner X-Mas-Pop-Klassiker zu werden.
Als der Terror am 22. Juli 2011 eine unfassbare Tragödie über Oslo und Utøya brachte, wurde Marias Version des Songs „Mitt Lille Land” in den darauf folgenden Tagen für viele ihrer trauernden Landsleute zu einer Trost und Zuversicht spendenden Hymne. Sie stellte den Song, der aus der Feder des norwegischen Schriftstellers, Dichters und Musikers Ole Paus stammt (und den sie ursprünglich Anfang des Jahres für den norwegischen Sender TV2 aufgenommen hatte), auf ihrer Website als (Gratis-)Download zur Verfügung. Bei einer Feier für die Retter, Helfer und Angehörigen der Opfer sang sie „Mitt Lille Land” in der Osloer Kathedrale.
Doch trotz der beeindruckenden Liste ihrer bisherigen Errungenschaften hat Maria Mena ihre beste Zeit noch vor sich – und diese beginnt jetzt. So steht nach einigen Festivals nach der Veröffentlichung von „Viktoria“ eine große Europatour im Winter an. „Ich verstehe immer besser, dass es die wichtigste Sache ist, die Möglichkeit zu haben, etwas weiterzugeben, dass ich etwas in Worte fassen kann, dass den Menschen etwas gibt. Und ich bin stolz auf die Arbeit, die ich geleistet habe, dass ich ein neues Studioalbum veröffentlichen kann und immer noch die Gelegenheit habe, mit meiner Musik die Welt zu bereisen“, sagt Maria Mena, „das ist ein Privileg“.


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