Es ist die übliche Entwicklung. Du fängst an mit einer Akustikgitarre an der Straßenecke, und irgendwann stehst du mit Band und Marshall-Verstärker im Studio.
Auch A. A. Bondy hat sich vom Folkie zum Indierocker gemausert, und das ist überhaupt nicht schlimm, denn der nasale Sänger aus Alabama schreibt Songs, die auch im Gewand eines balinesischen Gamelanorchesters ihre Wirkung entfalten würden. Das Klirren seiner Gitarre passt zu schwerblütigen Balladen wie "Down In The Fire (Lost Sea)" ebenso wie das unbeirrbar rollende Schlagzeug zum fast Wilco-esken Eröffnungsstück "The Heart is willing". Bondy fühlt sich von vier zentralen Eckpunkten umgeben: Brian Eno, Motown, Gospel - und einer Leerstelle, die mit jedem denkbaren Einfluss füllbar ist. Dass dieses Spannungsfeld nicht zu disparaten Stilübungen und einem letztlich zerrissenen Album führt, liegt an Bondys Songwriting und seinem jungenhaft-brüchigen Gesang, dem mit seinem Mix aus Lebenslust und subkutaner Verzweiflung der Zeitgeist unserer Ära schlechthin eingewoben ist - und der mit gerade so viel Distanz und Echo abgemischt ist, dass weiterhin die Einsamkeit des Folkies von der Straßenecke durchscheint.



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