Born This Way von Lady Gaga gab es bei Amazon eine Tag lang für 99 Cent, $11 weniger als bei iTunes, was die Amazon Cloud in die Knie zwang.
Lady Gaga steht eigentlich für Popmusik und ausgefallene Outfits, aber am Montag wurde sie unwissentlich Symbol für etwas Anderes: Die Tücken des Cloud Computings.
"Born This Way", ihr neues Album, wurde von einer riesen Marketingkampagne begleitet und im Zuge dessen überraschte die Sängerin ihre Fans mit einem Ein-Tages-Verkauf der MP3-Version des Albums bei Amazon für 99 Cent - $11 weniger als bei iTunes.
Das Angebot war natürlich auch eine gute Promotion für Amazon’s Cloud Service, über den der User Musikdateien auf Remote-Servern speichern kann und sowohl über das Internet auf ihren Computer, als auch auf das Smartphone streamen kann. Aber Amazon hat da wohl Sparsamkeit von Lady Gaga's Fans etwas unterschätzt. Am frühen Nachmittag hat die Aktion bereits die Server des Unternehmens zum Erliegen gebracht, und viele Nutzer waren nicht in der Lage das Album herunter zu laden, noch konnten sie alle Songs anhören. Und was machen frustrierte Kunden im Zeitalter der Social Netzwerke usw.? Sie machen ihrem Missmut bei Twitter, Facebook und Co. Luft. Zudem teilten die gefrusteten Kunden ihre Meinung natürlich auch auf der „Born This Way“ Amazon Produktseite mit und schnell waren eine Vielzahl an Produktrezensionen zu dem Vorfall zu lesen.
"Sehr enttäuscht", schrieb ein Kunde in einer Ein-Stern-Rezension des Albums. "Ich denke, nächstes Mal werde ich den vollen Preis bezahlen und bekomme das Album sofort auf iTunes."
Die einzige öffentliche Stellungnahme von Amazon dazu war eine Twitter-Nachricht, die ungefähr so klang: "Wir erleben derzeit einen großen Ansturm auf unsere Server. Wenn Sie allerdings heute noch bestellen, erhalten Sie das Lady Gaga Album für $0,99. Vielen Dank für Ihre Geduld."
Für die meisten Unternehmen aus der Musikbranche wird das Thema Cloud Services – was letztlich bedeutet, dass die eigene Musik von überall aus und immer auf allen Endgeräten verfügbar ist – die nächste große Änderung im Bereich Musik im Internet darstellen. Für den Einzelhandel und auch für die Technologie-Anbieter in diesem Feld, hat sich Cloud Services bereits zu einem wichtigen Unternehmensfeld entwickelt. Google enthüllt seinen eigenen Cloud Service „Music Beta“ in den USA diesen Monat und Apple ist wohl auch kurz vor der Einführung seiner eigenen Music Cloud.
Amazon bietet seinen Kunden fünf GB Speicherplatz kostenlos in der Cloud und erhöht auf 20 Gigabyte für jeden Kunden, der ein Album kauft. Was Amazon zu tun versucht, den Service so gut wie möglich zu etablieren bevor Apple mit einem ähnlichen Service startet, so Russ Crupnick, Analyst bei NPD Group (Marktforschungsunternehmen).
Einige Analysten und Führungskräfte aus der Musikbranche sagen, dass dieser Vorfall das Vertrauen in die für viele noch komplett neue Technologie beeinflussen wird. Im vergangenen Monat waren bereits eine Vielzahl von Websites, darunter GroupMe.com (New York Times) von Serverausfällen der Amazon Cloud betroffen.
Bereits 2007 hat Amazon seinen MP3 Musicstore eingeführt, wenn man sich aber die Anteile im digitalen Musik Download-Markt anschaut, wird deutlich wer hier die Nase vorn hat. Während iTunes mit 66,2 Prozent Marktanteil vorne liegt, kann Amazon nur 13,3 Prozent verzeichnen. Und das Lady Gaga Experiment wird nicht gerade helfen den Marktanteil im Musikgeschäft zu erhöhen.


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