Wenn Startrompeter Wynton Marsalis sich Partner sucht, dann müssen es schon Legenden sein; drunter macht er's nicht.
Nach Willie Nelson musiziert er nun mit Eric Clapton, nach dem American Songbook wird jetzt der Blues live einer Marsalisierung unterzogen.
Los geht es mit dem Dixiegassenhauer "Ice Cream" - ein Verweis auf die Wurzeln des Jazz im Blues und die Logik der Partnerschaft mit Clapton und dem (ebenfalls mitwirkenden) Bluesethnologen Taj Mahal, der seine komplette Karriere wiederum der Suche nach den Blueswurzeln widmete. Nichts hat eben einen definierbaren Anfang, selbst der Blues nicht, alles ist immer im Übergang.
Das führen diese Meister lustvoll vor, und zwar mit großem Besteck, mit vielen Bläsern, Banjo, Keyboard, Bass, Drums, Piano, so dass Claptons kehliger Gesang bisweilen kämpfen muss, um sich in diesem Klangbad zu behaupten - zumal auch Marsalis kein kleines Stück vom Klangkuchen fordert.
Klassiker wie "Joe Turner's Blues" oder Claptons abgebremstes "Layla" erhalten ein Oldtimeflair, das ihnen gut steht. Fürs Publikum im New Yorker Lincoln Center war es bestimmt ein berauschender Abend, für die Musiker auch. Und alle haben wieder was gelernt, auf vergnüglichste Weise.



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