Pink Floyd waren spätestens Mitte der 70er larger than life.
Waters, Gilmour & Co. stellten Effekte, Pomp und Ausstattung gleichrangig neben das Kompositorische; beides schaukelte sich wechselseitig hoch, bis alles nur noch in Superlativen zu beschreiben war. Wenn je eine Band die größte der Welt war, dann war es Pink Floyd nach "The Dark Side of the Moon" (1973) - und noch einmal nach "The Wall" (1979). Beide Meilensteinalben sind Teil der gewaltigen Veröffentlichungsoffensive, die uns alle 14 Studioplatten remastert und in Replikaoptik als "Discovery Box" anbietet, und beide gibt es (neben "Wish you were here" ab 4. 11.) zudem in sogenannten "Immersion"-Versionen. Dabei handelt es sich um CD/DVD-Blu-ray-Wundertüten mit klanglich optimierten Original- sowie diversen Alternativ-, 5.1- oder Liveversionen des jeweiligen Albums, ergänzt um Raritäten aus der Entstehungszeit. Insgesamt blähen die "Immersion"-Editionen sich so zu Boxen mit fünf, sechs oder gar sieben Scheiben plus Gimmicks auf, die überhaupt keine Wünsche mehr offen lassen - und wohl auch keine Geheimnisse mehr. Bis dahin aber (letzte Veröffentlichung: Februar 2012) stehen uns erstaunliche Klangreisen voller Überraschungen, Abenteuer und Neudeutungen bevor. Das Popprojekt des Jahres - ja, es ist schon Weihnachten. Die Remasters der "Discovery Box" enthalten übrigens keine Boni, was einen Vorteil hat: Man kann sich in elfeinhalb Stunden unverfälscht chronologisch durch ein Gesamtwerk hören, das 27 Jahre für seine Entstehung brauchte. Aber wo ist die 1971er Raritätensammlung "Relics"? Auch Preziosen wie "Julia dream" hätten wir gern remastert (neu)gehört.



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