Optisch ist Julian Fischer gleichsam der Jamie Cullum der Gitarrenzunft.
Ein knabenhafter Jeanstyp, gerade mal alt genug, um am Samstag nach Mitternacht noch ungestraft rumstromern zu dürfen, aber eben auch einer, der's faustdick hinter den Ohren hat. Für ein Debüt ist "Stay" ein beängstigend erwachsenes Stück Musik, eine reife Kompositions- wie entspannte Ensembleleistung. Eigenem Bekunden zufolge sind Fischers Stück weitgehend das Ergebnis musikalisch verarbeiteter Erfahrungen - so viel kann dieser Bremer Jungspund doch noch gar nicht erlebt haben! Klug überlässt der 19-Jährige insbesondere dem Saxofonisten Dirk Piezunka immer wieder die motivische Führung, um aus dem Off heraus seine Soli aufzubauen. Julian Fischer hat den Glauben an cleane Sounds verinnerlicht, und er phrasiert aus der Hüfte heraus so cool und abgeklärt wie Kollegen aus der Scofield-Liga. Da steht jemandem eine große Karriere ins Haus.



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