Charttechnisch ist Frank Ramond aus Hamburg der einflussreichste Texter der letzten fünf Jahre.
Mithilfe seiner Ironie, seiner geschliffenen Verse und trickreichen Pointen sackten Annett Louisan, Roger Cicero oder Ina Müller Preise zuhauf ein. Nun legt der graumelierte Endvierziger trotz seiner Scheu vorm Rampenlicht sein zweites Soloalbum vor - und definiert sich darauf als sanfter Macho mit Dreitagebart, der auf die postfeministische Welt mit fatalistischem Lächeln reagiert, makellos vorgeführt auf der ersten Single seiner quirlig chansonesken Platte.
Das Stück heißt "Sie hat's ihren Freundinnen erzählt" - aber was eigentlich? Egal: Wichtig ist die Perspektive des hilflosen Mannes im Abseits, der in Demut, doch ohne Angst die Strafe erwartet. Manchmal sacken ihm Zeilen auf Poesiealbumniveau ab ("Wer nicht fällt/hat nie gestanden"), doch im Großen und Ganzen ist das alles so pfiffig, griffig und grundsympathisch wie Ramond selbst.
Gäbe es nur Männer wie ihn, wäre die Welt friedlicher - aber auch weniger aufregend. Entscheidet selbst, ob der Vorteil durch den Nachteil aufgewogen wird.



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