Besser kann eine Therapie nicht laufen: Nachdem Gründungsmitglied Sam Genders wegen persönlicher Probleme bei der experimentellen Folkband Tunng ausgestiegen ist, unterrichtete er drei Jahre lang als Grundschullehrer.
Es sei dahingestellt, ob es wirklich an der heilenden Wirkung leuchtender Kinderaugen gelegen hat, doch jetzt startet Genders nicht nur sein Soloprojekt Diagrams, er veröffentlicht auch gleich ein Debüt, das jede Veröffentlichung der Exband in den Schatten stellt. "Black Light" wäre auch als Tunng-Album durchgegangen, hätte Genders seine Kompositionen nicht mit verspielter Elektronik veredelt, die an Bands wie Metronomy und Hot Chip erinnert. Vor allem aber hat er unwiderstehliche Songs, die ihre Entstehung Notlagen verdanken: Das Titelstück beschreibt, wie Beziehungen oft mühsam verdrängte Unsicherheiten neu beleben, während "Night all Night" eben jene Beziehungen feiert; und schließlich zitiert er in "Appetite" aus Selbsthilferatgebern, die Genders für den Notfall noch immer unter der Küchenspüle bereitliegen hat. Nur seine Grundschüler werden das alles nicht so gut finden - aber vielleicht übernehmen ja bald die Exkollegen von Tunng seinen Lehrerjob.



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