Justin Vernon alias Bon Iver hat eine Verweigerungsplatte aufgenommen - zumindest aufs erste Hören.
Nach dem großen Erfolg seines Debüts
"For Emma, forever ago" wurde von Vernon erwartet, dass er als entrückter Folkie mit Akustikgitarre weitermacht. Doch der Singer/Songwriter aus Wisconsin hat die letzten drei Jahre genutzt, um in seinem Heimatkaff ein Studio einzurichten, in dem ihn viele Freunde besucht haben.
Streicher, Bläser, verhaltene Elektronik: "Bon Iver" überrascht mit Bandsound. Natürlich klingt der charakteristische Wechsel von emotionaler Brust- und hoher Kopfstimme noch immer tieftraurig, doch wer sich intensiver auf die Texte der mit realen und metaphorischen Ortsnamen betitelten Songs einlässt, stößt auf neue Lebensfreude.
Mit der Zeit wird aber auch deutlich, dass das Allerwichtigste eben doch verschwunden ist: Vermeintlich sperrige Songs wie "Holocene" und "Calgary" verwandeln sich in Ohrwürmer. Bon Iver kann zum Bandprojekt mutieren und Justin Vernon mag vielleicht sogar ein glücklicher Mensch werden - aber hartnäckigen Fans wird er immer Herzensangelegenheiten liefern.
Quelle: kulturnews.de


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