Mit ihrer sechsten Studioplatte „Boombox“ touren die Beatsteaks aktuell quer durch Deutschland.
Vergangene Woche waren die Berliner zu Gast in München und brachten mit ihrer gewohnten Lausbubenart die Olympiahalle (!) zum Kochen wie es selten eine Rockband schafft. Sowohl Band als auch Publikum gaben an diesem Abend alles.
Die Stimmung war angespannt. Im positiven Sinn. Immerhin gastierte die Band noch vergangenes Jahr in einer deutlich kleineren Location. Seit diesem Jahr und dem Nummer 1 Album „Boombox“ ist alles anders, die Beatsteaks füllen die großen Arenen unserer Städte. Kein Wunder, ist die fünfköpfige Band doch spätestens jetzt im Konsens-Kosmos irgendwo zwischen Seed und den Toten Hosen angekommen. Sie sind ziemlich kommerziell geworden, was nicht unbedingt nur als Nachteil zu verstehen ist.
Das Geheimnis der Berliner lag immer darin, dass sie Konzerthallen zu ihrem Wohnzimmer machen und das schafften Sie auch an diesem Abend wieder. Die riesige Olympiahalle zum Kochen zu bringen bedarf durchaus eines gewissen Rampensau-Charakters und den haben die fünf Jungs ja scheinbar schon mit der Muttermilch aufgesogen.
Die Berliner Punkpop-Combo erfährt einen äußerst euphorischen Empfang. "Lasst uns eine Samstagnacht machen", forderte Sänger Arnim das Publikum auf und findet begeisterten Widerhall. Es wird in die Hände geklatscht, Arme schwingen durch die Luft und das meist jugendliche Publikum springt umher als gäbe es kein Morgen. Er macht seine Sache als Chef-Animateur wie immer großartig, obwohl auch er so langsam ein wenig in die Jahre kommt.
Musikalisch beschränken sich die Beatsteaks weitestgehend auf ihre letzten drei Alben, wobei man merkt, dass die Songs vom Album „Smack Smash“ den größten Anklang finden. Mit eben diesem Album schafften die Berliner 2004 auch den Durchbruch: Die Single „I don't care as long as you sing“ wurde zum Hit und die Band in ganz Deutschland bekannt.
Bei dem aktuellen Album haben erstmal alle Bandmitglieder mit komponiert und da alle fünf einen gänzlich anderen Musikgeschmack haben, hört man das den Songs auch live an. Da gibt es das poppig-softe „Milk & Honey“, das rockend-kantige „Cheap Comments“ und das reggae-lastige „Let's see“. Vom Punkrock-Rebellentum der frühen Jahre ist jedoch nicht viel übrig geblieben. Die Pop-Akzente sind mittlerweile deutlich zu hören. Doch der Stimmung am Donnerstagabend in der Olympiahalle schadet das nicht. Die neuen Songs mögen poppiger sein, doch sie sind auch eingängiger und das weiß das Publikum zu schätzen. Über die Zeit haben sich die Beatsteaks den Ruf erspielt, die beste Live-Band Deutschlands zu sein. Aus musikalischer Sicht würden wir das so nicht unterschreiben, aber wenn schon nicht den Ruf als beste, dann haben die Beatsteaks doch den als fröhlichste Live-Band der Republik verdient.
Die Fünf legen sich mächtig ins Zeug und nach gut zwei Stunden und zwei Zugaben gehen sie mit reichlich Lob für das Münchner Publikum von der Bühne der Olympiahalle. Auch wenn die Besucher in der nicht ganz ausverkauften Halle in einigen Momenten merkten, dass diese Arena für den kompakten Sound der Band doch etwas zu groß ist, herrschte eine Stimmung wie wir es an dieser Stelle selten zuvor erlebt haben.
Am 7. April sind die Beatsteaks zu Gast in der Harald Schmidt Show. Ihre neue Single "Cheap Comment" erscheint einen Tag später, am 8. April, sowohl digital, als auch als CD und 12" White Label Vinyl. Neben der Originalversion, gibt es hierauf auch Remixe von Moonbootica, Phil Speiser, Luke 4000, Tobsen und Tschamp von Seeed.
Setlist 24.03.2011 München:
Atomic Love, Behaviour, Milk & Honey, Monster, Cheap Comments, Under A Clear Blue Sky, Big Attack, Not Ready To Rock, Summer, Frieda und die Bomben, Hey Du, Hello Joe, Demons Galore, Hail To The Freaks, Shiny Shoes, Sampler, Automatic, Hand In Hand, As I Please, What's Coming Over You, Let Me In
Zugabe 1: Fix It, Jane Became Insane, Ain't Complaining, Sampler, Cut Off The Top
Zugabe 2: Hallelujah (Leonard Cohen Cover), I Don't Care As Long As You Sin
Weitere Stationen der aktuellen Beatsteaks Tour:
Die Beatsteaks haben sich entschlossen, aus aktuellem Anlass ein Benefizkonzert für die Opfer der Katastrophe in Japan zu spielen. Wie die Band auf ihrer Homepage ankündigt, wird der Auftritt zugunsten des japanischen Roten Kreuzes am 16. April in Berlin stattfinden. Der Vorverkauf hat bereits begonnen. Die Karten kosten 27,- EUR (zzgl. VVK-Gebühren) und sind an allen bekannten Vorverkaufsstellen erhältlich.
12.05. Eindhoven - Effenaar
13.05. Amsterdam - Paradiso
14.05. Brüssel - Ancienne Belgique
16.05. Groningen - De Oosterpoort
10.06. Berlin - Wuhlheide
11.06. Berlin - Wuhlheide | ausverkauft
26.06. Eupen - Musik Marathon
02.07. Dresden - Filmnächte am Elbufer
03.07. St.Gallen - Open Air
02.09. Wiesen - Two Days A Week-Festival