Die Legenden des harten Rocks touren durch Deutschland. ZZ Top hat nichts ver- und eine Sache niemals erlernt: Die Nassrasur.
Die Meinungen zur Performance von ZZ Top im 2. Jahrzehnt des neuen Jahrtausends gehen auseinander. Die DELUXE Redaktion hat sich ein eigenes Bild gemacht und die drei Texaner im Kölner Tanzbrunnen live miterlebt.
Nach nun über 40 Jahren Bandgeschichte erkennt man sie immer noch
wieder: Die langen Trenchcoats von Billy Gibbons und Dusty Hill - gepaart mit schwarzer Sonnenbrille und einem Hut. In Köln hat sich bestätigt, dass sie nicht zu Unrecht im Jahre 2004 in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen wurde. Sie spielen nach wie vor in Originalbesetzung und sind ihrem unverwechselbaren Sound treu geblieben. Auch im Tanzbrunnen in Köln, der kurzum in einen Rockbrunnen verwandelt wurde, spielten die drei Bluesrocker ihre bekannten Hits wie „Gimme All Your Lovin‘“, „Sharp Dressed Man und Legs“. Dafür benötigen die drei Rockersenioren keine große Bühnenshow. Ihnen ist anzusehen, dass sie nur durch den Umgang mit ihren Instrumenten die Fans begeistern. Dieses Hoch an Euphorie halten sie professionell wie eh und je über die 90 Minuten ihres Sets. Über die Tatsache hinaus, dass die Zuschauer bei den meisten der ZZ Tops Songs mit ausgiebigen Gitarrensolos verwöhnt wurden, haben Gibbons und Hill die Interaktion mit dem Publikum gesucht, Scherze und Unsinn getrieben.
Die Auftritte der beiden Gitarristen gemeinsam mit ihrem Drummer Frank Beard gelten seit über vier Jahrzehnten als musikalische Delikatessen - und dies traf ebenfalls auf ihren Gig im Kölner Tanzbrunnen zu. Der unverkennbare raue Sound, durchsetzt mit feinstem Blues, macht ZZ Top unsterblich und wahrscheinlich auch in den nächsten Jahren nach wie vor zu einem Erlebnis. Genrebegeisterte, die auf exzessive Bühnenschau mit Feuerwerk und abgefahrenen Showeinlagen verzichten können, sind bei den drei Texanern genau richtig. Sie reduzieren das Konzert auf das, worauf es ankommt: Echte, ehrliche aber auch harte Musik. Das Ensemble, welches als eines der wenigen Rockbands immer noch in Originalbesetzung spielt, war auch im Juni in verschiedenen deutschen Städten zu sehen. Für alle, die zu spät sind: Dranbleiben, sie werden sicherlich wieder in Deutschland vorbeischauen. Und bis dahin können Sie sich Ihren Bart wachsen lassen - hoffentlich dauert es bis zur Rückkehr nicht zu „lang“!


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